Unser Zielland Nicaragua

Unser Zielland Nicaragua

Hier wurde im Juli 2018 die Idee von Buy Food with Plastic geboren. Seitdem haben wir in ruralen Gebieten insgesamt 25 Buy Food with Plastic Veranstaltungen durchgeführt, eine Upcyclingmanufaktur gebaut, wo vorher keine existierte und alte Plastikflaschen in neue Produkte umgewandelt.

Das Land liegt auf der mittelamerikanischen Landbrücke und grenzt an Honduras im Norden und Costa Rica im Süden. Im Westen liegt der Pazifik und im Osten die Karibik. Der etwas rauerer Pazifik eignet sich ausgezeichnet zum Surfen, die karibische Seite ist allerdings nicht ganz so, wie man sich einen Karibiktraum vorstellt. Die Küstengegend ist sehr dünn besiedelt und nicht gut zu erreichen. Auf einer Fläche von 129.494 km² leben über 5,9 Millionen Menschen, die meisten davon in der Pazifikregion und im Gebiet um die Hauptstadt Managua.

Nicaragua

Nicaragua wird auch „Land der tausend Vulkane“ genannt, weil sich parallel zur Pazifikküste eine Kette aktiver Vulkane erstreckt. Flächenmässig ist es das grösste und am dünnsten besiedelte Land in Mittelamerika. Die relativ arme, aber sehr offenherzige Bevölkerung kämpft täglich ums Überleben. Es herrscht eine grosse Arbeitslosigkeit, und es gibt kein funktionierendes Abfallsystem.  Buy Food with Plastic entstand als Antwort auf die ökologische und politische Lage, die wir im Sommer 2018 antrafen. Entlang der Küste lagen Unmengen an Plastik herum. Ausserdem eskalierte die politische Krise und brachte damit schwerwiegende Folgen für die lokale Bevölkerung.  Der Tourismus verschwand, viele Hotels und Restaurants waren gezwungen zu schliessen. Die Anwohner verloren ihre Jobs, Familien kämpften darum, ihre Kinder mit Essen zu versorgen. Wir entschieden uns nicht tatenlos zuzusehen und wurden aktiv.  Seit Juli 2018 konnten wir mit dem lokalen Team vor Ort bereits 25 Sensibilisierungs-Events in Nicaragua durchführen, bei welchen die lokale Bevölkerung mit zehn Plastikflaschen eine warme Mahlzeit bezahlen kann. Im Jahr 2019 nutzten wir die gesammelten Plastikflaschen für den Bau eines Hauses, bei dem die Plastikflaschen als Bausteine dienten.  Die alleinerziehende Mutter namens Marbillez lebt dort seit drei Jahren mit ihren vier Kindern.

Während der Pandemie (2020-2021) haben wir ein Konzept kreiert, dass die Ansteckungsgefahr minimiert und sogar deutlich mehr Hilfe leistet als unsere Sensibilisierungs-Events. Wir haben anstatt warmer Mahlzeiten, Grundnahrungsmittel zu den Familien nach Hause gebracht, die für eine 5-köpfige Familie für circa zwei Wochen ausreichten. Die lokale Bevölkerung hat mit 15 Plastikflaschen gezahlt. Wegen der Krise haben wir den Fokus in dieser Zeit vermehrt auf die Essensversorgung gelegt als auf das Sammeln der Plastikflaschen, da Ersteres dringender war. Hier ein Erklärungs-Video einer solchen Homedelivery.

Da sich die Corona-Situation vor Ort beruhigt hat, können wir in unseren drei Ziel-Gemeinden wieder monatlich Sensibilisierungs-Events durchführen. Der Fokus liegt dabei nach wie vor auf der Schaffung von Bewusstsein und dem Community-Gedanken: Bedürftige Menschen aus abgeschotteten Regionen können mit zehn Plastikflaschen eine warme Mahlzeit bezahlen und werden durch Workshops über das Plastikproblem sensibilisiert. Seit Januar 2022 verarbeitet unser lokales Team das gesammelte Plastik in unserer eigenen Plastik-Manufaktur zu Plastik Flakes du neuen Produkten weiter. Unser erstes Produkt ist ein Surfkamm, der von der lokalen und internationalen Surf-Community verwendet wird. Schau dir hier unser erstes Produkt im Onlineshop an. Und das ist erst der Start unserer Reise – die Möglichkeiten für Produkte aus altem Plastik sind endlos. Durch den Verkauf der Produkte können wir einen Teil der Betriebskosten bereits jetzt selbst tragen.

Einer von vielen Meilensteinen, die wir dieses Jahr erreicht haben, ist dass das Dorf El Higueral in Rivas, Nicaragua komplett von Plastikflaschen befreit werden konnte. Die Dorfbewohner finden keine Plastikflaschen mehr auf den Strassen und bewahren die selbst konsumierten, für unsere Events auf.  Unsere Sensibilisierungs-Events sollen bis Ende 2022 und darüber hinaus weiterhin in unseren drei Ziel-Gemeinden durchgeführt werden. Dabei sind wir stets bestrebt, noch mehr Mahlzeiten zu verteilen, zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen und weitere Plastikflaschen aus der Umwelt zu retten. Langfristig soll sich die Manufaktur selbst finanzieren können und nicht mehr von Spenden abhängig sein. Auf diese Weise möchten wir in der Zukunft den Wirtschaftskreislauf schliessen und eine nachhaltige Wirkung für Mensch und Natur erzielen...